In aller Kürze: Affinity gehört seit Oktober 2025 zu Canva, heißt nur noch „Affinity“ und ist kostenlos. Damit tritt es gegen Photoshop, Illustrator und InDesign an. Hier liest du, was das bedeutet und was von unserem Test 2020 noch gilt.
Warum wir diesen Beitrag neu geschrieben haben
2020 war Affinity Photo für uns der sympathische Herausforderer von Photoshop: einmal kaufen, ein Bruchteil des Preises, überraschend gut. Sechs Jahre später ist fast nichts mehr wie damals. Die grünen Kästen zeigen unseren Original-Test von 2020, die blauen ordnen ein, was sich seitdem geändert hat.

1. Ist Affinity wirklich kostenlos?
Kurze Antwort: Ja. Seit dem 30. Oktober 2025 gibt es „das all-new Affinity“, eine einzige App für Foto-Bearbeitung, Vektor-Design und Layout, dauerhaft kostenlos. Zur Aktivierung brauchst du ein kostenloses Canva-Konto, danach kannst du offline arbeiten.

- Freemium-Modell: Die KI-Funktionen aus dem Canva-Kosmos (zum Beispiel generatives Füllen, Bildgenerierung) brauchen ein Canva-Premium-Abo.
- Die alten Einzel-Apps (Affinity Photo, Designer und Publisher) laufen für Bestandskunden weiter, sind aber nicht mehr zu kaufen.
Update 2026: der Namenswechsel
„Affinity Photo“ gibt es so nicht mehr. Die drei früheren Programme sind in einer App namens „Affinity“ zusammengefasst, aufgeteilt in drei „Studios“: Pixel (früher Photo), Vektor (früher Designer) und Layout (früher Publisher).
Die Preisentwicklung von Affinity auf einen Blick
| Zeitraum | Modell | Typischer Preis |
|---|---|---|
| Bis ca. 2022 (V1) | Einmalkauf je App | ca. 50 bis 70 € pro App |
| Ab 11/2022 (V2) | Universal-Lizenz (alle 3 Apps, alle Plattformen) | ca. 169 € einmalig |
| Seit 10/2025 (neu) | Kostenlos | 0 €, KI-Extras optional über Canva Premium |
2. Was kostet Adobe 2026, und wie zahlst du weniger?
Bei Adobe ging es in die andere Richtung: mehrere Preiserhöhungen, das Aus für das kleine Foto-Abo (20 GB) und ein neu benanntes Top-Paket („Creative Cloud Pro“).
| Adobe-Paket | Was ist drin? | Ungefährer Preis (DE, Jahresabo) |
|---|---|---|
| Foto-Abo (1 TB) | Photoshop, Lightroom, Lightroom Classic | ca. 20 bis 24 € / Monat |
| Photoshop einzeln | nur Photoshop | ca. 26 € / Monat |
| Creative Cloud Pro (ehemals „Alle Apps“) | Photoshop, Illustrator, InDesign und alle weiteren Apps, dazu KI-Credits | ca. 55 bis 70 € / Monat |

2020 kostete das kleine Foto-Abo rund 12 € im Monat, Anfang 2025 hat Adobe es eingestellt. Viele KI-Funktionen hängen zudem an einem Credit-System (Firefly-Credits), das bei intensiver Nutzung extra kostet.
Wenn du (noch) nicht auf Adobe verzichten kannst, zahlst du selten den Listenpreis:
- Kündigung einleiten: Adobe bietet dann sehr häufig ein Rabattangebot zum Bleiben an.
- Freischalt-Codes nutzen: Über offizielle Codes (zum Beispiel bei Amazon rund um Black Friday) war das Foto-Abo schon für rund 100 bis 115 € statt zum Listenpreis zu haben.
- Jährlich statt monatlich zahlen: Das senkt den Monatspreis oft um ein Drittel und mehr.
Vorsicht, Kündigungsgebühr
Adobe schließt meist Jahresverträge ab. Kündigst du vorzeitig, kann eine Gebühr anfallen (bis zu 50 % der Restlaufzeit).
3. Der direkte Vergleich: Affinity und Adobe

| Affinity (by Canva) | Adobe Creative Cloud |
|---|---|
| Eine App für Foto, Vektor und Layout | Getrennte Apps: Photoshop, Illustrator, InDesign |
| Kostenlos (Canva-Konto nötig) | Abo von ca. 20 bis 70 € im Monat |
| Öffnet und schreibt PSD-Dateien, IDML-Import beim Umstieg | Native PSD-Umgebung, riesiges Plugin-Ökosystem |
| StudioLink: Foto, Vektor und Layout in EINEM Dokument | Wechsel zwischen getrennten Programmen |
| Kein vollwertiger RAW-Katalog (kein Lightroom-Ersatz) | Eng verzahnt mit Lightroom und Camera Raw |

Der ehrliche Punkt: Adobe liegt (noch) vorn bei der generativen KI, beim Ökosystem aus Plugins und Schnittstellen und bei der Teamarbeit in großen Produktionen. Affinity gewinnt beim Preis, bei der Geschwindigkeit und mit der Ein-Fenster-Logik.
4. Was bedeutet die Canva-Übernahme?
Canva hat Serif, den Entwickler von Affinity, 2024 übernommen. Das hat zwei Seiten.
Dafür spricht:
- Finanziell abgesichert: Canva finanziert Affinity aus seinem profitablen Kerngeschäft. Die Gefahr, dass das Programm eingestellt wird, ist eher kleiner geworden.
- Brücke zu Canva: Affinity-Designs lassen sich mit wenigen Klicks nach Canva exportieren.
Dagegen spricht oder zu beobachten:
- Konto-Pflicht: Ohne Canva-Konto läuft nichts. (Canva betont, dass Affinity-Projekte nicht zum KI-Training genutzt werden.)
- Kein Einmalkauf mehr und die spannenden KI-Funktionen liegen hinter der Bezahlschranke von Canva Premium.
5. Für wen lohnt der Umstieg, und für wen nicht?
Affinity reicht
Klare Empfehlung für Affinity, wenn du …
- Adobe nur ab und zu brauchst und keine 250 bis 800 € im Jahr dafür zahlen willst,
- als Einsteiger, kleines Unternehmen, Selbstständige oder Marketing-Team solide Gestaltung ohne Abo suchst,
- PSD-Dateien nur öffnen und austauschen musst.
Adobe bleibt sinnvoll
Genauer hinschauen solltest du, wenn du …
- tief in einem Adobe-Team-Workflow steckst (gemeinsame Bibliotheken, InDesign-Produktion in großem Stil),
- täglich auf die generative KI von Adobe und viele Plugins angewiesen bist,
- mit Dienstleistern arbeitest, die native Adobe-Dateien voraussetzen.
Praxis-Tipp aus unserer Agenturarbeit: Viele unserer Kunden brauchen gar kein Vollabo. Für Bilder freistellen, Whitepaper layouten oder Website-Grafiken reicht Affinity heute vollkommen.
6. Was von unserem Test 2020 heute noch stimmt
Erstaunlich viel von unserer damaligen Einschätzung ist gültig geblieben.

Original 2020: Bedienung und Tempo (weiterhin gültig)
„Bei der Arbeit fällt positiv die hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit auf; die Arbeit mit Pinseln z. B. wirkt nahezu verzögerungsfrei und fühlt sich flüssiger an als von Photoshop gewohnt.“
Original 2020: Grenzen bei RAW (immer noch wahr)
„Das Import-Modul (…) kann einen dedizierten RAW-Konverter, wie z. B. Lightroom, nicht ersetzen.“
Auch die Farbwerkzeuge sind bis heute eine Stärke, und aus den Vektor-Werkzeugen ist ein eigenes Vektor-Studio geworden. Überholt sind die vier „Personae“, der Name „Affinity Photo“ und der Einmalkauf.
Affinity 2026
Eine App, drei Studios.



Produktansichten von affinity.studio (Canva), Stand 18.10.2026. Umschalten per Leiste unten im Fenster, ohne die Datei zu wechseln.
7. Fazit 2026
2020 war Affinity für uns ein starker, günstiger Herausforderer. 2026 fällt das Urteil deutlicher aus: Affinity ist ein kostenloses Allround-Werkzeug, das Photoshop, Illustrator und InDesign in einem Fenster Paroli bietet.
- Für die meisten kleinen Unternehmen, Selbstständigen und Marketing-Teams ist Affinity heute die vernünftigste Wahl.
- Adobe bleibt wichtig für Teams mit tiefem Creative-Cloud-Workflow und hohem KI-Bedarf. Dafür ist es teuer geworden.
- Der ehrlichste Rat: Teste Affinity an einer echten Aufgabe und entscheide dann, ob du dein Adobe-Abo noch brauchst.
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Über den Autor: Benno Schmidtler hat memedia gegründet und baut seit über 30 Jahren Websites. Er führt jedes Projekt persönlich, von der Strategie bis zur Betreuung.




